Pädiatrische autoimmune neuropsychiatrische Erkrankungen im Zusammenhang mit Streptokokkeninfektionen (PANDAS): Autoimmunmechanismen, diagnostische Kontroversen und therapeutische Implikationen.
Pädiatrische Autoimmun-Neuropsychiatrische Erkrankungen im Zusammenhang mit Streptokokkeninfektionen (PANDAS) ist ein vorgeschlagenes postinfektiöses neuroimmunes Syndrom, das durch das abrupte Auftreten einer Zwangsstörung, Tic-Störungen und zugehörigen neuropsychiatrischen Symptomen, die zeitlich mit einer beta-hämolytischen Streptokokkeninfektion der Gruppe A assoziiert sind, gekennzeichnet ist. Seit seiner ersten Beschreibung durch Swedo und Kollegen im Jahr 1998 hat PANDAS bemerkenswertes wissenschaftliches Interesse und Kontroversen geweckt. Zunehmende Evidenz aus Immunologie, Neuroimaging, Epidemiologie und translationaler Neurowissenschaft legt nahe, dass infektionsausgelöste Autoimmunprozesse zur Entwicklung neuropsychiatrischer Symptome bei einer Teilgruppe pädiatrischer Patienten beitragen können. Dennoch bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der diagnostischen Validität, der Reproduzierbarkeit der Biomarker, pathophysiologischen Mechanismen und optimalen Behandlungsstrategien. Diese Übersichtsarbeit bewertet sorgfältig die aktuellen Erkenntnisse bezüglich Epidemiologie, Immunpathogenese, klinischen Manifestationen, Diagnose, Behandlung, Prognose und Kontroversen rund um PANDAS und das damit verbundene pädiatrische akute neuropsychiatrische Syndrom (PANS). Relevante Literatur, die von 1998 bis Mai 2026 veröffentlicht wurde, wurde kritisch geprüft. Jüngste Veröffentlichungen von 2021 bis 2026 wurden aufgenommen, um die Evidenz zu klinischer Orientierung, Neurobildgebung, Immunbiomarkern, Autoimmunkomorbidität und IVIG-Ergebnissen zu aktualisieren. Die Belege, die das PANDAS-Konstrukt unterstützen, umfassen epidemiologische Assoziationen mit Streptokokkeninfektionen, Parallelen zur Sydenham-Chorea, Identifikation antineuronaler Antikörper, bildgebende Neuroimaging-Anomalien im Zusammenhang mit Basalganglienstrukturen, translationale Tiermodelle und selektive Reaktionen auf immunmodulative Therapien. Umgekehrt bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich inkonsistenter Biomarker-Replikation, methodischer Heterogenität, diagnostischer Überschneidung mit primären psychiatrischen Störungen und dem Fehlen allgemein anerkannter diagnostischer Tests. Aktuelle Erkenntnisse stützen die biologische Plausibilität von infektionsausgelösten neuroimmunen neuropsychiatrischen Syndromen bei einer Teilgruppe pädiatrischer Patienten. Die Spezifität des PANDAS-Konstrukts, die Grenzen zwischen PANDAS und dem pädiatrischen akuten neuropsychiatrischen Syndrom sowie die Identifizierung immunresponsiver Untergruppen bleiben jedoch unvollständig definiert. Zukünftige multizentrische prospektive Studien mit standardisierten diagnostischen Kriterien, fortschrittlicher Immunophenotypisierung, Neurobildgebung, Genomik und longitudinalen Ergebnismaßen sind erforderlich, um Krankheitsmechanismen zu klären und das Patientenmanagement zu optimieren.