Unbenannt
Hintergrund Auditive Verarbeitungsstörungen (APD), definiert als gestörte neuronale Verarbeitung akustischer Reize trotz normalen peripheren Hörvermögens, treten häufig gemeinsam mit neurologischen Entwicklungsstörungen auf und können zu Sprach-, Aufmerksamkeits- und Lernschwierigkeiten beitragen. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass gemeinsame Neurotransmittersysteme ein gemeinsames neurobiologisches Substrat darstellen, das diesen Störungen zugrunde liegt. Ziel dieser Studie ist es, die aktuellen Erkenntnisse über glutamaterge, GABAerge und monoaminerge Systeme bei neurologischen Entwicklungsstörungen und Hörverarbeitungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen zusammenzufassen und die Hypothese zu bewerten, dass gemeinsame Neurotransmitter-Dysregulationen den klinischen Überschneidungen zugrunde liegen könnten.
Methoden Bis zum 31. Dezember 2025 wurde eine narrative Literaturrecherche in PubMed und Embase unter Verwendung von Schlüsselwörtern zu Neurotransmittern, NDDs und APDs durchgeführt.
Ergebnisse Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass ein Ungleichgewicht zwischen exzitatorischer glutamaterger und inhibitorischer GABAerger Neurotransmission als zentraler Mechanismus bei NDDs vorgeschlagen wurde und auch zu auditiven Verarbeitungsschwierigkeiten durch veränderte neuronale Synchronität, sensorisches Gating und temporale auditive Kodierung beitragen kann. Die Ergebnisse legen die Hypothese einer gemeinsamen Neurotransmitter-Dysregulation bei NDD und APD nahe.
Fazit Schwierigkeiten bei der auditorischen Verarbeitung können Ausdruck einer gemeinsamen neurochemischen Anfälligkeit auf der sensorischen Ebene sein, die bei allen neurologischen Entwicklungsstörungen auftritt.